Am Sonntag, den 22. Februar, war es wieder soweit: Geras Gästeführer starteten mit dem Weltgästeführertag in die neue Saison. Wie schon in den Vorjahren wurden unter dem Motto "Mit offenen Augen durch ..." drei kostenfreie Touren angeboten.
Um 10 Uhr startete die
erste Tour auf dem Ostfriedhof Gera. Neben der Geschichte des Friedhofs und der Vorstellung einzelner bedeutender Grabstellen standen das Jugendstil-Krematokolumbarium sowie die alte Feierhalle im Mittelpunkt. Dort war die Besichtigung der elf Reußen-Särge der Geraer Linie, darunter auch der Prunksarg des Heinrich Posthumus Reuß, Höhepunkt der Tour, an der etwa 80 Gäste teilnahmen.
Weiter ging es um 12 Uhr im Zentrum Geras mit einem Vorgeschmack auf zwei neue Premierentouren zum Thema Spuren italienischer Architektur in Geras Stadtbild. Etwa 60 Gäste folgten der Tour und ließen sich unter anderem über die Reformideen des italienischen Renaissance-Architekten Andrea Palladio informieren, dessen berühmtes Palladio-Fenstermotiv in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in der wachsenden Industriestadt Gera Einzug hielt.
Die bestbesuchte Tour mit ca. 140 Gästen startete am Nachmittag
um 14 Uhr zum Thema Ostmoderne. Viele Erinnerungen wurden geweckt, als das inzwischen schützenswerte architektonische Erbe der Ostmoderne auf einem Rundgang durch Geras Stadtzentrum vorgestellt wurde. Höhepunkt hier waren die Häsuerzeile der südlichen Heinrichstraße sowie das ehemalige Haus der Kultur, dessen Sanierung 2027 beginnen wird.
Insgesamt nahmen etwa 280 Gäste an den drei Touren teil. Und gespendet wurde auch fleißig. Es kamen 954,70 € zusammen. Der Gästeführerverein stockt den Betrag auf 1.300 € auf, zuzüglich 300 € von einem weiteren privaten Spender. Diese großzügigen Einnahmen werden der Errichtung des Posthumus-Denkmals auf dem Johannisplatz zu Gute kommen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Gästen und Geldgebenden für den gelungenen Tag mit großartigem Zuspruch, positivem Feedback und Interesse an Geras reichhaltiger Stadtgeschichte.